Dieter Roth

Dieter Roth Biografie

Der 1998 verstorbene deutsch-schweizerische Künstler Dieter Roth produzierte eine Vielzahl von Arbeiten in den verschiedensten Medien, darunter Objekte, Poesie, Performance, Grafikdesign und Publikationen. Weil Roth Routine und Klassifizierungen hasste, spielen Vergänglichkeit und Nomadentum eine wichtige Rolle in seinem Werk, dessen Grenzen er immer neu austestete. Dabei wollte Roth vor allem erreichen, dass jede Arbeit auch für sich alleine stehen konnte.

 

Dieter Roth wurde 1930 als Sohn eines Schweizers und einer Deutschen geboren, und wurde während der Nazizeit zu einer Pflegefamilie in die Schweiz geschickt. Dort fing er an, Blechdosen zu gravieren, Gedichte zu schreiben und sich für die Ölmalerei zu interessieren.

 

Als Roth begann, als Künstler zu arbeiten, nahm er noch Auftragsarbeiten an, um sich über Wasser zu halten. Nach einem kurzen Aufenthalt in New York ging er nach Reykjavik und begann, an kinetischen Figuren, Stempelbildern und Büchern zu arbeiten.

 

Zu dieser Zeit fing Dieter Roth außerdem an, mit Schokolade und anderen organischen Materialien zu experimentieren. Er entdeckte die sonderbare Schönheit von verfaulendem Essen für sich, als er versuchte, “dreckige Bilder” mit Milch zu zerstören, die er so letztendlich als schöner empfand. In diesen radikalen Werken zeigt uns Roth die Zeit selbst, indem er biologische Materialien verwendet, die nicht nur durch den Künstler, sondern auch durch verschiedene Faktoren und Umwelteinflüsse verändert werden können. Durch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht sowie Insekten und Bakterien entwickelt sich das Werk also immer weiter, auch wenn es der Künstler schon längst als abgeschlossen betrachtet.

 

Mit wachsendem Bekanntheitsgrad bewegte sich Dieter Roth zwischen Großbritannien, Deutschland und den USA hin und her, wo er an renommierten Institutionen unterrichtete. An jedem Ort legte er sich eine neue Identität zu – immer an seinen Geburtsnamen Karl-Dietrich Roth angelehnt – wie etwa Dieter Rot und Dieterrot. Dazu erklärte der Künstler: “Ich erfahre mich selbst als nebulöse Person.” Mehr als alles andere beschäftigte er sich in seinen Arbeiten mit der Dekonstruktion und Ironie – die Ästhetik war ihm dabei nie sehr wichtig.

 

Aufrgund der Verderblichkeit seiner Werke musste sein Atelier an der Düsseldorfer Akademie ausgeräumt und alle Arbeiten vernichtet werden. Dieter Roth nahm regelmäßig an der documenta teil, darunter 1969 an der documenta 4 und 1977 an der documenta 7. Er stand in engem Kontakt mit Richard Hamilton und Arnulf Rainer. Im Jahr 1982 bespielte er den Schweizer Pavillon für die Biennale von Venedig.

Erhältliche Arbeiten: 4