Yona Friedman

Yona Friedman Biografie

Yona Friedman revolutionierte mit seinem Interesse an gesellschaftlichen Fragen die Architektur im Europa der Nachkriegszeit. 1923 geboren, wurde der ungarisch-französische Architekt in den 1950er und frühen 1960er Jahren bekannt. Nachdem er während des Krieges einige Zeit in Israel verbracht hatte, ließ sich Friedman in Paris nieder. Zu dieser Zeit entwickelte er als Antwort auf die Zerstörung, Unruhe und generelle Wohnungskrise nach dem Krieg seine Prinzipien für mobile Architektur, die ihn berühmt machten. Sein bahnbrechendes Konzept, welches ein Trial-and-Error-Prinzip anregte, war allen zugänglich und ermöglichte es Normalbürgern in Wohnungen zu leben, die effektiv ihren Bedürfnissen angepasst werden konnten.

 

Als politisch und sozial engagierter Architekt war Kunst für Yona Friedman kein Ziel oder gar eine ästhetische Erfahrung, sie entstand scheinbar automatisch neben seiner Arbeit. Um seine Projekte zu visualisieren, begann Friedman fast unbewusst Zeichnungen zu erstellen und zu sammeln, auch seltsam anmutende Objekte aus der ganzen Welt und ungewöhnliche Materialien. Diese Dinge sammelte er in seinen verschiedenen Apartments, wo sie eine eigene Welt für Friedman schufen – ein privates Kuriositätenkabinett.

 

Yona Friedmanns Sammlungen sind die Grundlage seiner Künstlerbücher. Diese Editionen besitzen, wie etwa 1001 nuits + 1 jour, herausnehmbare Bilder, mit denen Betrachter ihre eigenen Geschichten aus den Welten von Friedmans Objekten erschaffen können. Seine architektonische Arbeit, die hauptsächlich aus Vorschlägen für Mega-Strukturen besteht, die mit Dimensionen und Material spielen, wurden bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin in der Kategorie Baukunst und dem Grand Prize for Design of the Prime Minister of Japan. Friedman trug architektonische Pläne zum Lycée Bergson in Angers, Frankreich bei und für das Museum for Simple Technology in Madras, Indien. Dafür erhielt Friedman die Auszeichnung ”Scroll of Honor for Habitat“ der Vereinten Nationen. Friedman hat in den Jahren 2003, 2005 und 2009 an der Biennale in Venedig teilgenommen sowie an der Shanghai Biennale im Jahr 2004. 2016 wurde er von der Kunstmesse Frieze beauftragt, einen Pavilion für die Serpentine Gallery in London zu schaffen. Das Projekt – Summer House, eine modulare Megastruktur – war im Sommer zu sehen und endete nach der Frieze Art Fair im Oktober 2016.

Erhältliche Arbeiten: 1

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