Wael Shawky

Wael Shawky Biografie

Das Werk des ägyptischen Künstlers Wael Shawky nutzt häufig das Medium des Geschichtenerzählens, um die Kulturgeschichte und Traditionen des Nahen Ostens sowie die Auswirkungen der Globalisierung auf zeitgenössische Gesellschaften zu erkunden. Shawkys Kunst, die Video, Performance und Installationen umfasst, enthält stets ein Element des Fantastischen oder des kindlichen Staunens und erinnert dadurch an magischen Realismus.

 

Wael Shawkys bemerkenswerte Filmtrilogie Cabaret Crusades: The Horror Show Files (2010), The Path to Cairo (2012) und The Secrets of Karbala (2014) erzählt Schlüsselmomente der Kreuzzüge aus einer nahöstlichen Perspektive in Form eines Puppentheaters nach. Der Künstler deutet Geschichte somit aus der Position des Anderen neu und hinterfragt auf diese Weise die Gültigkeit der Vorstellung einer einzigen Wahrheit, einer einzigen Geschichte, die wie so oft von westlichen Denksystemen dominiert wird, zugunsten einer Vielzahl von verschiedenen Interpretationen eines Ereignisses. Die merkwürdigen Formen und Gesichtsausdrücke von Shawkys handgefertigten Marionetten tragen eine surreale und widersprüchliche Komponente zur erzählten Geschichte bei und fügen dem Kunstwerk dadurch weitere Bedeutungsebenen hinzu. In ähnlicher Weise zeigt Shawky in seinem Film Al Araba Al Madfuna II (2013) junge Menschen, die die Verse des ägyptischen Schriftstellers Mohamed Mustagab rezitieren, und nutzt dadurch kindliche Naivität, um die Bedeutung kulturell signifikanter arabischer Texte in einem neuen Kontext umzudeuten. 

 

Wael Shawky, der 1971 geboren wurde, lebt und arbeitet in Alexandria. Er hat seine Werke vielfach ausgestellt, darunter in Einzelausstellungen im MoMA PS1 in New York, den Serpentine Galleries in London und dem KW Institute for Contemporary Art Berlin. Shawky hat an mehreren Biennalen teilgenommen, darunter insbesondere der documenta 13 in Kassel 2012 und der 50. Biennale von Venedig 2003. Er wurde darüber hinaus mit dem Mario-Merz-Preis im Jahre 2015 sowie dem von Louis Vuitton gestifteten Preis für das filmische Gesamtwerk im Rahmen des Festivals Kino der Kunst ausgezeichnet.

Erhältliche Arbeiten: 1

Kunstwerke und Preise