Vija Celmins

Vija Celmins Biografie

Die lettische Künstlerin Vija Celmins begeistert seit den 1970er Jahren die Kunstwelt mit ihren wunderschönen, illusionistischen Naturdarstellungen in feinen Grauabstufungen. Celmins’ Sensibilität gegenüber den psychologischen Implikationen der künstlerischen Produktion verleiht ihren fotorealistischen Arbeiten einen kontemplativen Ausdruck.

 

Vija Celmins wurde 1938 in Riga geboren und flüchtete während des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Familie nach Ostdeutschland. 1948 ließ sie Europa endgültig hinter sich und wanderte in die USA aus, wo sie sich sich zunächst der Malerei widmete. Hierbei war sie insbesondere von der Bewegung des Abstrakten Expressionismus inspiriert, mit deren Werken sie während ihrer Besuche in New York in Berührung kam. Zu Beginn ihrer Karriere befasste sich Celmins vor allem mit der Bildsprache der Massenmedien und malte Szenen des Krieges und der Zerstörung, die die Ereignisse ihrer frühen Kindheit widerspiegeln. Diese kraftvollen Visionen ihrer Jugend, die Kampfflugzeuge, brennende Häuser, Waffen und Aufstände beinhalten, waren eine Antwort auf den Vietnamkrieg, der sich zur damaligen Zeit auf seinem Höhepunkt befand.

 

Celmins ist vor allem für die Leuchtkraft ihrer Werke bekannt, die insbesondere in ihren Bildern von Spinnennetzen und ihren Negativbildern in Kohle und Öl zum Ausdruck kommt. Ihre Darstellungen von Naturkulissen sind häufig durch die Abwesenheit jeglichen Bezugspunktes charakterisiert. Ihre eigentliche Tiefe ist somit nicht erkennbar, wodurch sie grenzenlos erscheinen. Vija Celmins enthüllt die Unvollkommenheit von organischen Details und arbeitet hierfür oft monatelang an einem einzigen Bild. Gegenstand ihrer Werke sind Wüsten, Sternkonstellationen, Spinnennetze und Seelandschaften, die detailreich, entschlossen und stets mit einer unverwechselbaren Leuchtkraft porträtiert werden.

 

Im Laufe ihrer Karriere nutzte Vija Celmins unterschiedlichste Medien für ihre Erforschung natürlicher Formen, unter anderem Ölmalerei, Kohle- und Bleistiftzeichnung, Skulptur und Druckgrafik. Celmins lebt bis heute in New York und hatte umfangreiche Retrospektiven im Metropolitan Museum of Art in New York, im Institute of Contemporary Arts in London sowie dem Centre Pompidou in Paris. Die Werke der Künstlerin sind in einem Großteil der wichtigsten nordamerikanischen Kunstsammlungen vertreten, unter anderem im San Francisco Museum of Modern Art und dem Whitney Museum of American Art. Ihre Editionen und Multiples sind beliebte Sammlerstücke und wurden mit jener einzigartigen Detailgenauigkeit hergestellt, die für die Arbeitsweise der Künstlerin so zentral ist.

Erhältliche Arbeiten: 3