Santiago Sierra

Santiago Sierra Biografie

Santiago Sierra (geb. 1966 in Madrid) ist ein spanischer Konzeptkünstler. Seine Installationen erwecken im Betrachter ein Gefühl von Boshaftigkeit und Begeisterung in gleichem Maße. Kaum ein Künstler provoziert so sehr wie Sierra. In seinen umstrittenen Projekten bezahlte er Arbeiter dafür, sinnlose Aufgaben im White Cube zu vollführen: Masturbieren, in Pappkartons sitzen, sich Tattoos stechen lassen, die Haare blond gefärbt bekommen, schweres Material zu schleppen. Ziel seiner Arbeit ist es, die Machtverhältnisse zu entlarven, unter denen Arbeiter im Zeitalter des Kapitalismus unsichtbar werden. Er beschäftigt sich mit Themen wie Immigration, Armut, der Isolierung von Arbeiter und Produkt, der Kluft zwischen Arm und Reich, der Separation in Klassengesellschaften und anderen strukturellen politischen und wirtschaftlichen Problemen. Auf der Biennale in Venedig bestand sein Projekt darin, das Schild des spanischen Pavillons mit schwarzem Plastik zu verdecken. Nur Personen mit spanischem Pass durften nach Kontrolle den Pavillon betreten, um dort wiederum Teile der zerstörten Installation aus dem letzten Jahr vorzufinden. Oftmals dokumentiert Sierra seine Projekte fotografisch oder filmisch. Dazu gehören Multiples wie 11 Constructions with 10 Modules and 10 Workers, eine Portfolio Box mit 111 Fotografien, sowie Europe, eine Schallplatte mit Hymnen aus 27 europäischen Ländern, die fortlaufend und gleichzeitig übereinanderlaufen. Er studierte in Madrid, Hamburg und Mexico Stadt, wo er seit 1995 lebt und arbeitet.

Erhältliche Arbeiten: 3

Kunstwerke und Preise