Richard Tuttle

Richard Tuttle Biografie

Richard Tuttles zurückhaltende visuelle Kompositionen sind gleichzeitig skurril und verblüffend. Der umstrittene Künstler versetzt mit seinem radikalen Einsatz reduktiver Elemente die Kunstwelt seit Beginn seiner Karriere in Aufruhr und war einmal sogar für die Entlassung einer Kuratorin verantwortlich. Trotz seines Einflusses lehnt Tuttle jegliche stilistische oder historische Kategorisierung seines Werkes ab. Seine bescheidene Verwendung alltäglicher Materialien wie Stoff, Holz, Styropor oder Seil spiegelt die Zerbrechlichkeit der Welt wider und beeinflusst auf diese Weise die Wahrnehmung des Betrachters. Die ästhetische Erfahrung des Publikums ist von großer Wichtigkeit für Tuttle, dessen Werke stets von einem spirituellen Unterton geprägt sind.

 

Tuttle wurde 1941 in New Jersey geboren und zog nach einer kurzen Dienstzeit bei der US Air Force nach New York, wo er wenig später begann, seine Arbeiten in der Betty Parsons Gallery auszustellen. Während sein postminimalistisches Werk in Europa begeistert aufgenommen wurde, blieb die Anerkennung in Amerika zunächst aus. Nachdem Tuttle in den 1960er Jahren typisch postminimalistische, unregelmäßige Holzreliefs produziert hatte, begann er in den den 1980er Jahren, neue Materialien, Formen und Maßstäbe einzusetzen. In den 1990er Jahren experimentierte er darüber hinaus mit der Kombination verschiedener Medien, Oberflächen und Farben.

 

Richard Tuttles umstrittene Ausstellung im Whitney Museum im Jahre 1975 zog Schmähkritiken nach sich — 30 Jahre später, im Jahre 2005, erfuhr eine neue Ausstellung im selben Museum jedoch einhelliges Lob. Seine Werke werden heute zu Millionenpreisen verkauft und seine prestigeträchtige skulpturale Installation in der Turbinenhalle der Tate Modern The Weave of Textile Language (2014) bestärkte erneut sein hohes Ansehen in der zeitgenössischen Kunstwelt. Tuttle war an der 5., 6. und 7. documenta beteiligt und hat seine Werke weltweit ausgestellt, unter anderem im Institute of Contemporary Arts in London, dem Musée d'Art moderne de la Ville de Paris und dem Chicago's Museum of Contemporary Art. Darüber hinaus hat Tuttle an der Biennale von Venedig 1997 und 2001 teilgenommen. Seine Arbeiten sind in einer Vielzahl von wichtigen Sammlungen vertreten, unter anderem im Metropolitan Museum of Modern Art in New York und dem Stedelijk Museum in Amsterdam. 

Erhältliche Arbeiten: 6