Richard Prince

Richard Prince Biografie

Der Fotograf Richard Prince (geboren 1949 in Panama) zählt gemeinsam mit Künstlern wie Cindy Sherman, Louise Lawler und Robert Longo zur sogenannten “Pictures Generation” – einer Gruppe von Künstlern, die in den 1970ern begann, sich fremde Bildmotive anzueignen, indem sie Bilder aus der Werbung und Populärkultur abfotografierte und dabei das Motiv nur minimal verfremdete. In seiner weiterführenden Serie Cowboys, die zwischen 1980 und 1992 entstand, zeigt der Künstler Fotografien von Marlboro-Werbungen und verweist dadurch auf die (Fehl-)Wahrnehmung in Bezug auf amerikanische Kultur. Prince’ Interesse liegt dabei nicht nur in der Kommunikationsweise der Medien, sondern auch in der Thematik rund um das Eigentumsrecht und die Urheberschaft in der Medien- und Kunstwelt.

 

Für seine Ausstellung Canal Zone in der Gagosian Gallery im Jahr 2008 machte sich Richard Prince mehr als 30 Bilder des Künstlers Patrick Cariou zu eigen, die er als Grundlage für seine Werke verwendete, was eine Copyright-Klage Carious zur Folge hatte. Nach sechs Jahren Streitigkeiten vor Gericht gewann Prince schlussendlich den Prozess, da der Richter feststellte, dass die Werke von Cariou so ausreichend verfremdet worden waren, dass sie folglich nicht mehr eindeutig als seine eigenen erkennbar seien. Interessanterweise war Cariou bis zu diesem diesem Gerichtsprozess als Künstler nur wenigen ein Begriff und wurde erst durch die Auseinandersetzung mit Prince bekannt.

 

Als passionierter Buch- und Bildersammler ist es nicht verwunderlich, dass Richard Princes Multiples den Eindruck einer Kollektion von Erinnerungsstücken an die Populärkultur erwecken. Neben Editionen seiner Fotografien hat der Künstler auch Collagen und skulpturale Objekte produziert, wie beispielsweise das aus Harz und Plexiglas gefertigte Werk Untitles (Van Door) aus dem Jahr 2007 oder limitierte Bücherregale, die mit hunderten Büchern der “After Dark”-Reihe bestückt sind. Bemerkenswerterweise erscheinen Prince’ Multiples in der Regel in streng limitierter Auflage – möglicherweise um den Betrachter zu verführen, ihre eigene “Aneignungs-Kunst” zu kreieren?

Erhältliche Arbeiten: 6