Philip Guston

Philip Guston Biografie

Philip Gustons faszinierende Karriere war von einer Reihe von radikalen Wendungen geprägt. Der 1913 geborene Künstler produzierte während der 1930er Jahre zunächst Wandbilder im Stil des Sozialistischen Realismus, die von den Kompositionen großer Renaissancekünstler sowie der Raumdarstellung des Kubismus beeinflusst waren. In den 1940er Jahren zog Guston nach New York und wandte sich der Tafelmalerei und dem Abstrakten Expressionismus zu. Er nutzte eine reduzierte Palette von Weiß-, Schwarz- und Rottönen für seine Darstellungen von abstrakten, wolkengleich im Raum schwebenden Formen. Nachdem Guston sich einen Namen als Vertreter des Abstrakten Expressionismus gemacht hatte, zeigte er sich jedoch zunehmend frustriert über die Abstrakte Malerei und ihre Konnotationen. In den 1960er Jahren meinte er: "Dem Mythos, den wir von der Abstrakten Kunst geerbt haben, haftet etwas Lächerliches und Elendes an. Er besagt, dass Malerei autonom, rein und für sich selbst stehend ist… Doch Malerei ist unrein."

 

Zu diesem Zeitpunkt kehrte Philip Guston zu seinen Wurzeln als figurativer Künstler zurück. Er produzierte Werke, die von Zigarettenstummeln, Konservendosen und comicartigen Darstellungen von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans durchzogen sind und die durch ihren neuartigen Stil einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Cartoon-Realismus und des Neoexpressionismus leisteten. Seine Gemälde und in limitierter Auflage produzierten Prints legen besagte "unreine" Impulse offen und veranschaulichen sie in ihrer sachlichen Darstellung des Verfaulten. In seinen Bildern läuft Schnaps aus umgestoßenen Flaschen und Haare und Warzen sprießen aus merkwürdig geformten Köpfen und Gliedmaßen. Damit stellen sie eine radikale Neubestimmung der Rolle der Kunst dar. Gustons bahnbrechendes Werk thematisiert häufig städtische Umgebungen oder ist von fleischfarbenen Zyklopen bevölkert. Seine Werke sind in ihrem an Comic-Strips erinnernden Stil gleichzeitig humoristisch und beunruhigend.

 

Gustons Arbeiten sind in den Sammlungen diverser international renommierter Institutionen vertreten, unter anderem dem Metropolitan Museum of Art, dem MoMA und der Tate Modern. Der Künstler nahm 1960 an der Biennale von Venedig teil und wurde 1962 mit einer umfassenden Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum in New York geehrt, die in weiterer Folge in die Whitechapel Gallery in London, das Palais des Beaux-Arts in Brüssel und das Stedelijk Museum in Amsterdam wanderte. Philip Guston verstarb im Jahre 1980.

Erhältliche Arbeiten: 4

Kunstwerke und Preise