Oskar Kokoschka

Oskar Kokoschka Biografie

Oskar Kokoschka gilt als einer der bedeutendsten und angesehensten Künstler des 20. Jahrhunderts. Berühmt für seinen Sinn für Menschlichkeit und Mitgefühl in seinen Werken, hinterließ er einen atemberaubenden Bestand an expressionistischen Gemälden und Druckgrafiken in limitierter Auflage. Durch seinen Einsatz von Farbe konnte er dem menschlichen Charakter und seiner psychologischen Tiefe Ausdruck verleihen.

 

Der 1886 in Österreich geborene Oskar Kokoschka studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule, bis er mit der mangelnden Konzentration auf die menschliche Figur unzufrieden wurde. Nach seinem Ausscheiden brachte er sich den Umgang mit Ölfarbe bei, war aber gezwungen, einen großen Teil seiner Zeit der Herstellung dekorativer Arbeiten zu widmen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Erst als er den prominenten Architekten Adolf Loos kennen lernte, begann seine Karriere als Künstler. Loos unterstützte Kokoschka und half, ihn in ein Künstlermilieu zu bringen, das ihm Aufträge und mehr Publicity einbrachte.

 

Schon früh unterschied sich Oskar Kokoschkas Werk von dem seiner Zeitgenossen durch seine Fähigkeit, die emotionalen Elemente einer Szene allein durch Farbe auszudrücken. Sein Werk war fast immer von expressionistischer Kraft und Intensität geprägt, mit einem sichtbaren Gespür für die emotionale Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Thema. Doch erst als er anfing, sich der Porträtmalerei zu widmen, wo seine subtile Fähigkeit, den Charakter des Sujets herauszuarbeiten, zum Tragen kam, begann Kokoschka wirklich erfolgreich zu werden.

 

1911 traf Oskar Kokoschka die Witwe des Komponisten Gustav Mahler, Alma Mahler, mit der er eine dreijährige leidenschaftliche Affäre führte. Die Beziehung endete zu Beginn des Ersten Weltkrieges, als Kokoschka in die österreichische Armee eintrat. Schnell verletzt, verbrachte er den Rest des Krieges damit, Theaterstücke zu schreiben. Enttäuscht von der Russischen Revolution, die er ursprünglich mit Optimismus betrachtet hatte, verzichtete er völlig auf den politischen Aktivismus, weil er das menschliche Leid missachtete. Kokoschka verbrachte einen Großteil der 1920er Jahre als Professor an der Dresdner Akademie der Bildenden Künste.

 

Mit dem Aufstieg der Nazis in den 1930er Jahren wurde Oskar Kokoschkas Kunst als “entartet” klassifiziert und sein Werk wurde aus deutschen Museen und Sammlungen entfernt. Obwohl es in diesem Jahr eine große Ausstellung seiner Arbeiten in Wien gab, floh Kokoschka 1938 nach London (1947 wurde er britischer Staatsbürger). Nach dem Krieg war der Künstler durch eine Reihe hochkarätiger internationaler Ausstellungen finanziell abgesichert.

 

Bereits Ende der 40er Jahre wurde Oskar Kokoschkas Werk weltweit gefeiert. Eine Wanderausstellung begann 1948 in Boston, USA, und wurde 1950 im Haus der Kunst, München, gezeigt. Kokoschka stellte 1922 und 1948 auf der Biennale in Venedig aus. Seine gesammelten Schriften wurden 1956 veröffentlicht. 1962 und später erneut im Jahr 1986 wurde er mit einer großen Retrospektive in der Tate Gallery in London geehrt. Im Jahr 2018 zeigt das Kunsthaus Zürich eine große Retrospektive aller Phasen der Karriere von Oskar Kokoschka. Der Künstler starb 1980 in der Schweiz. Er gilt als einer der führenden Köpfe des Expressionismus.

Erhältliche Arbeiten: 3

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