Omer Fast

Omer Fast Biografie

Der israelische Künstler Omer Fast erzählt Geschichten von Entfremdung und Verlust, die sich oft hinter einem Schleier von Film– und Fernsehbildern verstecken. Der Künstler vermischt persönliche Erzählungen mit Medienberichten und untersucht so den Status des Bildes als glaubwürdige Informationsquelle. Seine ausdruckstarken Filme sind politisch mehrdeutig und verwirren durch ihre fließenden Übergänge zwischen Fantasie und Realität, zwischen Dokumentation und gestellten Aufnahmen.

 

Der künstlerische Ansatz von Omer Fast wird in seinem Kurzfilm Continuity (2012) deutlich. Deutsche Eltern versuchen die Heimkehr ihres Sohnes, einem in Afghanistan stationierten Soldaten, zu inszenieren. Die Handlung des Filmes dreht sich im Kreis; verschiedene Schauspieler schlüpfen in die Rolle des Sohnes. Langsam stellt sich heraus, dass er bereits tot ist und die Eltern so versuchen, seinen Verlust zu verarbeiten. Natürlich kann es ebenso sein, dass sie nie ein Kind hatten – das Publikum wird an keiner Stelle über die genauen Umstände aufgeklärt. Die verschiedenen Darsteller des Sohnes (möglicherweise Prosituierte) machen deutlich, wie blutjung die Männer sind, die im Mittleren Osten ins Gefecht geschickt werden. Der Krieg bleibt ein wiederkehrendes Thema in Omer Fasts Arbeiten, ebenso wie seine Faszination für das Unerklärbare.

 

Omer Fast wurde 1972 in Jerusalem geboren und verbrachte seine Jugend in Jericho im Bundesstaat New York. Er studierte Englisch und Malerei an der School of the Museum of Fine Arts in Boston. Er arbeitete zunächst bei einem Magazin als Layoutdesigner und heiratete die deutsche Designerin Anuschka Hoevener, mit der er heute in Berlin lebt.

 

Omer Fast hat zahlreiche Preise gewonnen, darunter den renommierten Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst im Jahr 2009 und den Bucksbaum Award des Whitney Museum of American Art 2008. Omer Fasts Arbeiten sind Teil der Sammlungen des Hamburger Bahnhofs in Berlin, des Metropolitan Museum of Art und des Solomon R. Guggenheim Museum, beide in New York. Hinzu kommen einige große Einzelausstellungen, unter anderem im Martin-Gropius-Bau in Berlin im Jahr 2016, im Whitney Museum of American Art in New York im Jahr 2010 und im Museum Moderner Kunst (MUMOK) in Wien im Jahr 2007. Im Jahr 2004 stellte er in der Pinakothek der Moderne in München aus. Seine Arbeiten wurden außerdem bei der 54. Biennale von Venedig, der documenta 13 und bei zwei Whitney Biennalen gezeigt.

Erhältliche Arbeiten: 1

Kunstwerke und Preise