Mickalene Thomas

Mickalene Thomas Biografie

Mickalene Thomas ist bekannt für ihre Gemälde und Collagen aus Strasssteinen, Acryl und Emaille. Sie beschäftigt sich sowohl mit der Kunstgeschichte als auch mit der Popkultur, um eine zeitgenössische Vision von weiblicher Sexualität, Schönheit und Black Power zu schaffen. Mit komplexen Porträts, Landschaften und Interieurs will die afroamerikanische Künstlerin uns subtil mit unseren Vorstellungen des Weiblichen konfrontieren.

 

Mickalene Thomas wurde 1971 in New Jersey geboren, wo sie von ihrer Mutter und langjährigen Muse, dem ehemaligen Model Sandra “Mama Bush”, aufgezogen wurde. Als Kind und Jugendliche war Mickalene Thomas dem Drogenmissbrauch ausgesetzt und hatte Schwierigkeiten, mit ihrer queeren Identität in einer relativ konservativen Gesellschaft umzugehen. Diese Erfahrungen prägten in hohem Maß ihre spätere Arbeit. Sie absolvierte einen BFA (Bachelor of Fine Arts) und einen MFA (Master of Fine Arts) am Pratt Institute bzw. an der Yale School of Art. Danach zog Mickalene Thomas nach New York, wo sie heute lebt und arbeitet. 

 

Mickalene Thomas porträtiert fast immer farbige Frauen. Einige ihrer Werke sind inspiriert von klassischen europäischen Künstlern wie Gustave Courbet oder Edouard Manet und wurden als Versuch wahrgenommen, den vorherrschenden männerdominierten kunsthistorischen Kanon neu zu definieren. Die Frauen in ihren Arbeiten werden in dominanten, unerschrockenen und oft provozierenden Posen dargestellt. Ebenso sind ihre Frauen oft nackt, korpulent oder unterstreichen betont ihren dunkelhäutigen Look. Mickalene Thomas fragt auf diese Weise nach den Schönheitsidealen, die die Gesellschaft schwarzen Frauen auferlegt.

 

Ihre multimediale Odalisque-Reihe (2007) zählt zu ihren berühmtesten Werken. Als Kommentar zu dem, was im Wesentlichen die Soft-Pornographie der französischen Kolonialisten des 18. Jahrhunderts war, stellt Mickalene Thomas farbige Frauen als die zentralen Figuren dieser Werke dar, um den inhärenten Rassismus aufzuzeigen, von dem sie glaubt, dass er schon lange in der Kunstwelt existiert. Eine weitere gefeierte Arbeit ist La leçon d’amour (2008), die afroamerikanisches Sozialbewusstsein und gleichgeschlechtliche Sexualität erforscht - eine zutiefst persönliche Arbeit.

 

Mickalene Thomas’ Arbeiten sind in verschiedenen Sammlungen in den Vereinigten Staaten zu sehen, darunter dem San Francisco Museum of Modern Art, dem Solomon R. Guggenheim Museum, dem MoMA und dem Whitney Museum of American Art, New York, dem Museum of Fine Arts, Boston und dem Art Institute of Chicago. Auch in der Musikwelt machte sie sich einen Namen, als sie 2013 mit Solange (Beyoncés Schwester) an einem Album arbeitete, und erlangte ebenfalls Anerkennung in der Filmwelt, als ihr Film Happy Birthday to a Beautiful Woman 2014 im amerikanischen Premium-TV-Sender HBO gezeigt wurde und seitdem regelmäßig läuft.

Erhältliche Arbeiten: 3