Mel Bochner

Mel Bochner Biografie

Mel Bochner (geboren 1940) ist ein Vorreiter der Konzeptkunst und Pionier diverser Techniken, die heute für viele Konzept- und Installationskünstler selbstverständlich sind. Seit beinahe 50 Jahren befasst er sich mit der Schnittstelle von sprachlicher und visueller Darstellung und regt den Betrachter dazu an, seine Werke nicht bloß zu betrachten, sondern auch über sie nachzudenken. In den 60er Jahren brach Bochner auf radikale Weise mit dem Kunstestablishment, als er begann, die Inhalte seiner Arbeit mithilfe von geometrischen und sprachlichen Systemen zu beeinflussen. Bochner war einer der ersten Künstler, die Kunst in erster Linie als Vorgang betrachteten und sich dadurch von der Vorstellung lösten, Kunst müsse handfest sein.

 

1966 organisierte Mel Bochner an der School of Visual Arts in New York, an der er damals lehrte, die Ausstellung Working Drawings And Other Visible Things On Paper Not Necessarily Meant To Be Viewed As Art – die erste Ausstellung für konzeptuelle Kunst überhaupt. In diesem bahnbrechenden Augenblick wurde das Konzept der Präsentation erstmals zum wichtigsten Aspekt des Werks selbst. Am Ende der 60er Jahre begann sich Bochner darüber hinaus mit organisierten Systemen wie der Sprache und der Mathematik zu beschäftigen.

 

In Mel Bochners Arbeit Measurement Room wurde der Galerieraum selbst zum Kunstwerk. Die Maßangaben, obwohl eigentlich bedeutungslos, waren rational und objektiv, ähnlich einem Wissenssystem. Die Arbeit war insbesondere durch die Art und Weise charakterisiert, in der sie die Welt in eine fühl- und wahrnehmbare Essenz verwandelte, die der menschliche Verstand zwar fassen konnte, gleichzeitig jedoch ein reines Nichts enthüllte.

 

Galerieräumlichkeiten standen auch weiterhin im Zentrum von Mel Bochners Werk und er fertigte Zeichnungen an, die sich an diversen Systemen orientierten und den Maßen des Ausstellungsraums entsprachen. Ab den frühen 80ern konzentrierte sich Bochner in erster Linie auf Gemälde und Drucke mit Wörtern und Phrasen, die sich sowohl einer farbig-expressiven Sprache als auch bunter Farbtöne bedienten. Bochner erforscht die Konventionen und die Grammatik der Alltagssprache und ist ein anerkannter Experte für die jiddische Sprache. Im Jahr 1985 würdigte die Carnegie Mellon Art Gallery den Künstler mit einer großen Ausstellung mit dem Titel Mel Bochner: 1975-1985. 1995 widmete ihm die Yale University Art Gallery eine weitere Retrospektive mit dem Titel Thought Made Visible 1966-1973.

Erhältliche Arbeiten: 16