Max Ernst

Max Ernst Biografie

Nur wenige Künstler haben die Kunstwelt so nachhaltig beeinflusst wie Max Ernst. In seinen Werken hinterfragt er die Grundregeln der Malerei und erforscht das Unterbewusstsein. Die daraus entstandenen Arbeiten machten ihn zu einer Schlüsselfigur des Dadaismus und Surrealismus.

 

Max Ernst, 1891 in Brühl geboren, hatte bereits in seiner Kindheit Probleme mit Autoritätsfiguren und zeigte erste Zeichen der Ablehnung jeglicher Konformität. Er war ein Autodidakt, der nie eine künstlerische Ausbildung absolvierte. Stattdessen besuchte er regelmäßig Psychiatrien und war fasziniert von der Kunst, die Geisteskranke dort erstellten. Nach dem Ersten Weltkrieg, von dessen Front er traumatisiert zurückkehrte, verachtete Ernst die Konventionen der europäischen Gesellschaft.

 

Max Ernsts erste Arbeiten entstanden in Köln nach Ende des Krieges und hatten fantastische, unheimliche Bildmotive. Im Jahr 1919 begann er mit Collagen zu experimentieren. Diese waren fern ab jeder Rationalität und erlaubten es ihm, sein eigenes Unterbewusstsein zu ergründen. Es war Ernst, der die Technik der Frottage (Abreibung) für künstlerische Zwecke wieder entdeckte. Frottage ist eine Drucktechnik, bei der die Oberflächenstruktur von Gegenständen durch Abreiben mit Kreide oder anderen Materialen auf Papier übertragen wird.

 

Max Ernst verließ bald darauf seine Frau und zog nach Paris, wo er eine Leitfigur der Bewegung des Surrealismus wurde. Der Schaffensprozess seiner Arbeiten beinhaltete eigens von ihm entwickelte Techniken in Kombination mit der Einnahme von Halluzinogenen und Hypnose-Therapie, mit welcher er seine Träume erforschte. Ernst war fasziniert von der Arbeit Sigmund Freuds und dessen Theorien zum “Ich”. Die Beziehung zwischen Sexualität und der menschlichen Identität hatte einen immensen Einfluss auf die visuelle Kunst.

 

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh Max Ernst ins Exil nach New York und später Frankreich, wo er sich mit Marcel Duchamp anfreundete. Seine Ehe mit der Kunstmäzenin Peggy Guggenheim gab seiner Karriere einen gewaltigen Schub. Ernsts Experimente, den künstlerischen Gestaltungsprozess seiner Arbeiten in einer Art Trance, nur unter Inanspruchnahme seines Unterbewusstseins, zu tätigen, inspirierte die zu dieser Zeit aufkommende Bewegung der amerikanischen abstrakten Expressionisten.

 

Ab den 1950er Jahren verbrachte Max Ernst die meiste Zeit in Frankreich. 1954 wurde ihm der Große Preis für Malerei auf der Biennale von Venedig verliehen. Ernst verstarb 1976 in Paris im Alter von 84 Jahren und wurde auf dem Père Lachaise-Friedhof begraben. Seine Reputation und sein Einfluss auf die Kunstwelt sind immens und bis heute unvermindert. 2005 zeigte das Metropolitan Museum of Art in New York die monumentale Ausstellung Max Ernst: A Retrospective. Seine Arbeiten sind Teil der wichtigsten Kunstsammlungen der Welt. 

Erhältliche Arbeiten: 8