Malcolm Morley

Malcolm Morley Biografie

Malcolm Morley, der erste Träger des Turner-Preises (1984), erlangte durch seinen hyperrealistischen Stil internationale Anerkennung und große Popularität. Er ist vor allem für seine reproduzierten Gemälde von Bastelfliegern auf großen Leinwänden bekannt und experimentierte während seiner Karriere zudem mit Collagen, Wasserfarben und Performance. Als Vertreter des Fotorealismus – er selbst bevorzugt seine eigene Wortschöpfung "Superrealismus" – steht er im Zentrum der zeitgenössischen Debatte über die Gültigkeit der Figuration gegenüber der Abstraktion.

 

Malcolm Morley wurde 1931 geboren und zu seinen frühesten Erinnerungen zählen die Luftangriffe auf London während des Zweiten Weltkriegs. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ein Großteil seiner Arbeit und deren wiederkehrende Motive die Gewalt und Zerstörung widerspiegeln, deren Zeuge er war. Seine Kindheit und Jugend waren beschwerlich und er verbrachte aufgrund von kleineren Diebstählen sogar einige Zeit im Gefängnis. Letztendlich bescherte ihm jedoch sein Talent einen Platz an der Camberwell School of Arts and Crafts und der äußerst anspruchsvollen Royal Academy of Art. Fasziniert vom abstrakten Expressionismus, verließ Morley England im Jahr 1958 und zog nach New York, wo er von Barnett Newman, Andy Warhol und Roy Lichtenstein beeinflusst wurde.

 

Morley findet seine Themen in Bildern aus Reisebroschüren, Zeitschriften und in Familienportraits, die er anschließend mit Hilfe eines Rastersystems auf die Leinwand überträgt. Seine Interessen blieben während seiner gesamten Karriere ungewöhnlich konstant: "Ich studiere Konturen, Masse, Töne, Farben, Kanten. Und das ist mehr oder weniger so geblieben." Dennoch stellt Malcolm Morley permanent seine eigene Praxis in Frage und experimentiert mit neuen Techniken. Er ist ein passionierter Hersteller von limitierten Auflagen und Multiples und seine mitreißenden, von Flugzeugen inspirierten Siebdrucke spiegeln seine jugendliche Leidenschaft für den Flugzeugmodellbau wieder.

 

Malcolm Morley Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen weltweit zu finden. Er hatte prestigereiche Einzelausstellungen in der Whitechapel Art Gallery (1983) und der Hayward Gallery (2001) in London, dem Centre Pompidou in Paris (1993) und dem Museum of Contemporary Art in Miami (2006). Neben dem renommierten Turner-Preis wurde Morley 2015 auch mit dem Francis J. Greenburger Award ausgezeichnet. Seine Beiträge waren 1972 und 1977 auf der documenta in Kassel vertreten.

Erhältliche Arbeiten: 4

Kunstwerke und Preise