Lucian Freud

Lucian Freud Biografie

Lucian Freud ist zweifellos einer der einflussreichsten figurativen Maler der Nachkriegszeit. Gemeinsam mit seinem engen Freund Francis Bacon, zu dem er eine langjährige bewegte Beziehung hatte, rüttelte Freud mit seinen einzigartigen Texturen und Porträts die Welt der Malerei auf.

 

Lucian Freud wurde 1922 geboren und wuchs in Berlin auf, bis er 1933 aufgrund des wachsenden Antisemitismus mit seiner Familie nach London umsiedelte. Im Zweiten Weltkrieg diente er bei der Navy, wurde schwer verwundet und studierte ab 1942 am Goldsmiths College in London. Er gewann 1951 einen Preis für sein Gemälde Interior at Paddington, was seine Karriere in Schwung brachte.

 

Zu dieser Zeit wurde Lucian Freud Teil einer Gruppe von Künstlern, die als School of London bekannt war und unter anderem Francis Bacon, Leon Kossoff und Frank Auerbach zu ihren Mitgliedern zählte. Ab den späten 1950er Jahren bewegte Freud sich weg von seinem jugendhaften und präzisen Stil und malte zunehmend Portraits, oft Akte, in einem freieren Malstil und mit dickem Farbauftrag. Er konzentrierte sich ab diesem Zeitpunkt besonders auf die für ihn typischen fleischfarbenen Töne und Strukturen.

 

Viele seiner Modelle waren Familienmitglieder, Freunde, Geliebte oder andere Künstler, auch wenn Lucian Freud seine Bilder nicht nach ihnen benannte. Freud selbst bemerkte hierzu: “Meine Themen sind autobiographisch und haben mit Hoffnung, Erinnerung, Sinnlichkeit und Begegnung zu tun.” Er verlangte seinen Modellen viel ab und zwang sie oft, fünf Stunden am Tag zu sitzen und über viele Monate hinweg wiederzukommen. Glücklicherweise war Freud aber ein exzellenter und lustiger Geschichtenerzähler. Er begann jedes Gemälde mit einer Kohlenskizze und fing immer am Kopf an zu malen, um die Person so “kennenzulernen”.

 

Kein anderer Künstler vor Lucian Freud hat so detailreich und ausdrucksvoll menschliche Genitalien gemalt. Aufschluss über seine andauernde Selbstbetrachtung und stolze Selbstbezogenheit geben seine zahlreichen Selbstportraits, die voller psychologischer Tiefe sind. Manche führen dies darauf zurück, dass Freud der Enkel von Sigmund Freud ist. Er war außerdem ein bedeutender Produzent von limitierten Editionen und Multiples. Seine Radierungen sind stets originell und zeigen oft extrem detaillierte Figuren vor einem relativ neutralen Hintergrund.

 

2002 zeigte die Tate Britain eine große Retrospektive von Lucian Freuds Arbeit und 2008 wurden seine Radierungen im MoMA in New York ausgestellt. 2010 zeigte ihn das Centre Pompidou in Paris. Ein Jahr nach seinem Tod im Jahr 2012 stellte die National Portrait Gallery in London seine Portraits aus. Freuds Arbeiten werden auf der ganzen Welt gesammelt und sind Teil der größten internationalen Kunstsammlungen. Im Jahr 2015 wurde sein Werk Benefits Supervisor Resting für 56,2 Millionen US-Dollar im Auktionshaus Christie’s in New York verkauft.

Erhältliche Arbeiten: 2

Kunstwerke und Preise