Lee Bontecou

Lee Bontecou Biografie

Die amerikanische Künstlerin Lee Bontecou wird aufgrund ihres ungewöhnlichen Lebenswerkes unter anderem von Künstlern wie Donald Judd und Kiki Smith als Quelle der Inspiration genannt. Ihre sorgfältig gefertigten schwarzen Löcher oder Leerräume waren etwas völlig Neues in der zeitgenössischen Kunst und sehen aus, als würden sie in ein Science-Fiction-Land voller Aliens gehören. Die dunklen bis fleischfarbenen Gebilde bestehen aus Stücken von Draht, Musselin, Leinen oder Leder. Sie sind kompliziert aufgebaut und wirken zugleich natürlich und technologisch. Anders als viele Künstler ihrer Generation arbeitete Bontecou geschickt mit gefundenen Materialien und nutzte dabei unter anderem Teile von defekten Waschmaschinen.

 

Lee Bontecou, eine der bekanntesten Künstlerinnen der 60er Jahre, wurde im Jahr 1931 in Providence geboren und wuchs in der Nähe von New York City auf. Ihr Vater war Flugzeugingenieur im Zweiten Weltkrieg und ihre Mutter arbeitete in einer Munitionsfabrik. Schon als junges Mädchen war sie fasziniert vom Effekt der Technologie auf die Natur und las zahlreiche Science-Fiction-Romane. Im Jahr 1955 schloss sie ihr Studium an der Art Students League in New York ab. Nachdem sie für einige Zeit in Italien studiert hatte und dort gereist war, entdeckte Bontecou den Gasbrenner für sich. Dessen Strahl von schwarzem Ruß war für ihr Werk eine extrem wichtige Entdeckung, da sie nun “das Schwarze” in ihren Arbeiten erforschen konnte.

 

Lee Bontecou wuchs zu der Zeit auf, als der russisch-amerikanische Wettlauf ins All gerade in vollem Gange war. Durch die Kombination von Natürlichem und Künstlichem in ihren Arbeiten zeigt sie die absurde Seite dieses Wettlaufs. Lee Bontecou glaubte immer, dass die “unglaublichen Ingenieursleistungen” der Menschen in enger Verbindung zu deren “zerstörerischen Abscheulichkeiten” und schrecklichen Taten stehen, wie etwa den Konzentrationslagern der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Für Bontecou ist “das alles eins. Im Zuge dieses Gefühls fand ich meine wichtigsten Einflüsse für meine Werke.”  

 

In den 60er Jahren war Lee Bontecou die einzige Frau, die von der renommierten Castelli Gallery in New York vertreten wurde. Obwohl ihre Werke oft von Feministinnen als Körperöffnungen, Münder und Vaginas interpretiert wurden, lehne Bontecou diese Deutungen immer ab und betonte, dass ihre Werke sich auf etwas Entrücktes, Erhabenes konzentrierten. Sie hörte nie auf zu experimentieren und begann in den späten 60er Jahren, Plastik in ihren Skulpturen zu verwenden, um so Flora und Fauna darzustellen.

 

Seit einigen Jahren zieht Lee Bontecou es vor, außerhalb des Galeriesystems zu arbeiten und sich ihre Zeit frei einzuteilen. Sie will immer “so viel vom Leben” einfangen wie möglich – “keine Barrieren, keine Grenzen, Freiheit in jedem Sinne.” Im Jahr 2003 zeigten das Hammer Museum und das Museum of Contemporary Art in Chicago eine große Retrospektive der Künstlerin, die mehr als 150 Skulpturen und Zeichnungen beinhaltete. 2010 fand eine Einzelausstellung im MoMA in New York mit dem Titel “Lee Bontecou: All Freedom in Every Sense” statt. Bontecous Arbeiten sind Teil vieler renommierter internationaler Sammlungen, wie etwa des Moderna Museet in Stockholm, der National Gallery in London und des Stedelijk Museums in Amsterdam. 

Erhältliche Arbeiten: 1

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