Jorinde Voigt

Jorinde Voigt Biografie

Jorinde Voigt verarbeitet die Welt in Systemen, Mustern und Bewegungen, die eher an Musiknotation als an klassische Zeichnung erinnern. Hieraus resultieren komplexe lyrische Kompositionen und Bildräume. Jedes ihrer Werke ist mit sorgfältig ausgewählten Worten und Gedanken der Künstlerin versehen und in der Art und Weise einer mittelalterlichen Buchillustration mit Blattgold oder Blattsilber handgeschmückt. 

 

Voigt absolvierte ein Studium der Philosophie und bezieht ihre Inspiration aus den Schriften großer Denker und Autoren. Oftmals formuliert sie ihre Reaktion auf einzelne Bücher oder Essays in umfangreichen Werkreihen, wie beispielsweise in ihrer Serie Piece for Words and Views, in der sie sich mit Roland Barthes' Fragmente einer Sprache der Liebe auseinandersetzt. Die insgesamt 36 Zeichnungen stellen einzelne aus dem Text übernommene Worte in den Mittelpunkt, die in Voigts charakteristisch dichter visueller Sprache als moderne Hieroglyphen wiedergegeben werden. "Meine Arbeit ist wie Musik", meint die Künstlerin, "Man kann sie genießen, auch wenn man die Partitur nicht lesen kann."

 

Voigt wurde 1977 in Frankfurt am Main geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat ihre Werke in Europa und Nordamerika vielfach ausgestellt, unter anderem in der Kunsthalle Krems, Österreich, dem MACRO Museo d'Arte Contemporaneo in Rom und dem Royal Ontario Museum in Toronto. 2011 war sie Teilnehmerin der Biennale in Venedig. Voigts Arbeiten sind unter anderem in den öffentlichen Sammlungen des Museum of Modern Art in New York, des Centre Pompidou in Paris und des Kupferstichkabinetts in Berlin vertreten. 2012 wurde sie mit dem Prix de Dessin für zeitgenössische Zeichnung der Daniel und Florence Guerlain-Stiftung ausgezeichnet und ist seit 2014 Professorin für konzeptuelle Zeichnung und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Erhältliche Arbeiten: 6