Jannis Kounellis

Jannis Kounellis Biografie

Jannis Kounellis ist einer der Pioniere der Arte Povera. Er hinterfragt mit seinem Werk die Bedeutung der etablierten kulturellen Institutionen und fordert diese mit seiner Kunst heraus. Kounellis wurde 1936 in Piraeus, Griechenland, geboren und erlebte dort den Zweiten Weltkrieg sowie den zermürbenden griechischen Bürgerkrieg. 1956 zog der Wahl-Römer nach Italien, wo er, abgesehen von einer kurzen Phase 1958 in New York, bis zu seinem Tod 2017 lebte.

 

Die Bilder Jannis Kounellis ersten Ausstellung in der Galleria la Tartaruga in Rom 1960 waren in Schwarz und Weiß gehaltene Buchstaben und Zahlen, die mit Hilfe von Schablonen gemalt wurden. Erst ab 1966 begann Kounellis mit einfachen Materialien wie Kohle zu arbeiten. Die Verwendung solcher Materialien war ein definierendes Kriterium für Künstler der Arte Povera. Der Name für die Bewegung stammt von dem Kunstkritiker Germano Celant, der damit auch eine Verlagerung der Schwerpunkte von der flachen malerischen Oberfläche hin zur Installation verband. Eines von Kounellis’ bekanntesten Werken entstand 1969 in Rom. Untitled (12 Horses) ist eine legendäre Arbeit, für die zwölf Pferde an die Wände einer gefliesten Garage angeschirrt wurden. Das Werk setzte einen Meilenstein in der Szene: Kunst konnte alles sein, solange sie durch ihre Intensität von der Realität zu unterscheiden war.

 

Die Entfremdung, die sich vermeintlich in der modernen Gesellschaft vollzieht, ist der besondere Fokus von Jannis Kounellis’ Arbeiten. Dabei stellt er grundlegende menschliche Werte und Objekte, welche diese Werte versinnbildlichen, in seinen Arbeiten dar. Kounellis verbindet Kunst und Geschichte mit der direkten Gegenwart. Seit den 1970er Jahren verwendet er Objekte und Materialien des alltäglichen Lebens und verbindet diese mit den Werten der vorindustriellen Zeit. Im Spannungsfeld dieser Elemente bewegt sich das evokative und klar ausgerichtete Oeuvre von Jannis Kounellis.

 

Jannis Kounellis ist hoch populär in der internationalen Kunstszene. Er war einer der prominentesten Teilnehmer der documenta in den Jahren 1972, 1977 und 1982 und wurde bereits sieben Mal bei der Biennale von Venedig präsentiert. Im Jahr 2007 wurden seine Arbeiten in einer großen Ausstellung der Neuen Nationalgalerie in Berlin gezeigt sowie 2009 in der Tate Modern in London. Seine Werke sind fester Bestandteil der Sammlungen prestigereicher Institutionen wie des MoMA und des Salomon R. Guggenheim Museum in New York sowie des Centre Pompidou in Paris. 

Erhältliche Arbeiten: 8