Ingeborg Lüscher

Ingeborg Lüscher Biografie

Die deutsche Künstlerin Ingeborg Lüscher (geb. 1936 in Freiberg) lotet seit den 60er Jahren beständig eine große Bandbreite von Medien aus. Oft verwendet sie unkonventionelle Materialien mit großer Symbolkraft und aktiviert dadurch das Potenzial der Objekte als Speicher von Erinnerung und Geschichte. Lüscher, die ehemals Schauspielerin war, wuchs während des Krieges in Berlin auf und hatte früh als Darstellerin Erfolg. Während Dreharbeiten in Prag 1968 erlebte sie die Vorbereitungen zum bevorstehenden Prager Frühling, was in ihr den Wunsch auslöste, Künstlerin zu werden.

 

Wandlungsfähigkeit ist bis heute ein Leitmotiv Ingeborg Lüschers Arbeit – einer multidisziplinären Praxis, die Malerei, Fotografie, Konzeptkunst, Video und Installation umfasst. Ihre Kunst hat etwas Skurriles, in dem Lüschers Liebe zum Banalen offenbar wird. Themen wie die erste Begegnung oder private Bekanntschaften werden untersucht, als gälte es die geheimnisvollen Eigenheiten, die dicht unter der Oberfläche des Alltags liegen, zu entdecken. So wie Joseph Beuys der Meinung war, dass jeder ein Künstler sei, so glaubt Lüscher, jeder besäße die transformative Macht eines Zauberers.

 

Ingeborg Lüschers Arbeit wurde seit der Schau Große Kunstausstellung im Münchner Haus der Kunst 1968 in zahllosen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. Sie nahm sowohl an der documenta 5 und 9 als auch an den Biennalen von Venedig 1980 und 1990 teil. 2011 wurde ihr der Meret Oppenheim Preis verliehen. Jüngste Einzelausstellungen fanden im Kunstmuseum Luzern; ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe; Hamburger Bahnhof, Berlin und bei Situation Kunst (für Max Imdahl), Ruhr Universität Bochum statt. Für 2016 ist eine groß angelegte Retrospektive im Kunstmuseum Solothurn, Schweiz, geplant. Lüscher lebt und arbeitet in Tegna im Schweizer Tessin.

Erhältliche Arbeiten: 6