Hans Arp

Hans Arp Biografie

Hans Arp, auch bekannt als Jean Arp, war einer der vielseitigsten und außergewöhnlichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er ist weltweit für seinen unschätzbaren Beitrag zur Kunstgeschichte berühmt.

 

Hans Arp wurde 1886 im Elsass geboren und sowohl deutsch als auch französisch erzogen. Seine beiden Namen, Hans im Deutschen und Jean im Französischen, zeugen von der Erziehung seiner Eltern. Er studierte Kunst in Weimar und Paris, wo er einige der einflussreichsten Künstler seiner Zeit kennenlernte, darunter Amadeo Modigliani, Pablo Picasso und Robert Delaunay. Während eines Besuches in München im Jahr 1912 traf er Wassily Kandinsky und war für kurze Zeit Mitglied der Expressionisten-Bewegung ”Der Blaue Reiter“.

 

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs floh Hans Arp nach Zürich. Aus seiner tiefen Abneigung gegen die Abscheulichkeiten des Krieges entstand sein Wunsch sich mit künstlerischen Mitteln von gesellschaftlichen Normen, Traditionen und Ordnungen zu befreien. Gemeinsam mit gleichgesinnten Künstlern begründete er den Dadaismus, welcher ein Überwinden der Konventionen und eine Kritik am Status Quo der Zeit propagierte. Für die Dadaisten war die visuelle Ebene ihrer Bilder beinahe zweitrangig gegenüber ihren nihilistischen Ideen, die sie in ihren Collagen, Ready-Mades, Assemblagen, Gedichten, Manifesten und Performances zum Ausdruck brachten. Die Ideen der Dadaisten waren staatsfeindlich und revolutionär und verbreiteten sich rasch weltweit. Von Zürich bis Paris, Berlin, Köln und New York wurden neben Hans Arp Künstler wie Marcel Duchamp, Max Ernst, Man Ray, Kurt Schwitters und Francis Picabia Vorreiter der Bewegung.

 

Durch die destruktive Natur des Dadaismus war sein Untergang vorbestimmt. Hans Arp sowie viele andere Dadaisten wandten sich bald dem Surrealismus zu, der mitunter als natürlicher Nachfolger des Dadaismus angesehen wird. Auch hier wird weiterhin die Rationalität in Frage gestellt und nach Wegen gesucht, die Barrieren zwischen künstlerischem Ausdruck und menschlichem Instinkt und Erfahrungen zu durchbrechen.

 

Hans Arp war einer der ersten Künstler, der mithilfe des Zufallsprinzips malte. Diese Arbeiten stellen sein womöglich größtes Vermächtnis dar. Unter anderem schuf er zufällige Kunstwerke, indem er seine Collagen in einem tranceartigen Zustand beschnitt. Die Kompositionen wurden davon bestimmt, an welchen Stellen beschnittenes Papier auf den Untergrund fiel. Arp experimentierte außerdem mit zerknitterten Papierstücken, so dass die natürliche Form des Papiers die Falten und Formen des Werks bestimmte. Erneut integrierte er die anarchistische Herangehensweise mittels unbewusster Handlungen in sein Oeuvre, um sich und seine Arbeiten aus vorgegebenen gesellschaftlichen Konventionen zu befreien. Hans Arp betitelte alle seine Werke erst nach ihrer Fertigstellung, um ihnen während der Trance keine bewussten Grenzen aufzuerlegen.

 

In den späten 1920er Jahren zog Hans Arp nach Meudon, Frankreich, musste allerdings 1942 aufgrund des Zweiten Weltkriegs wiederum nach Zürich umsiedeln. 1946 kehrte er nach Meudon zurück, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Arp verstarb 1966 während einer Reise nach Basel und hinterließ ein wertvolles künstlerisches Oeuvre. Er erhielt bereits zu seinen Lebzeiten allgemein Anerkennung und beeinflusste die ihm folgenden Künstlergenerationen nachhaltig.

 

Neben seinen einzigartigen Collagen, Bildern und Skulpturen verfasste Arp auch zahlreiche Gedichte sowie Multiples und Editionen auf Papier und als Skulptur. Bei seinen druckgrafischen Werken favorisierte Arp den Holzdruck und die Lithografie. Diese Arbeiten sind heute Bestandteil nahezu jeder renommierten Museumssammlung der westlichen Welt.

Erhältliche Arbeiten: 4