Gerhard Richter

Gerhard Richter Biografie

Gerhard Richter ist unbestritten einer der prominentesten lebenden Maler unserer Zeit. Sein kometenhafter Aufstieg zur Weltspitze begann, nachdem er Ostdeutschland als Student verlassen hatte. Die Nachfrage nach Richters Arbeiten ist in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass der Maler selbst nicht richtig fassen kann, welche ungeheuren Summen für seine Werke gezahlt werden. Richters Beitrag zur Kunst ist indes in der Tat kaum zu unterschätzen. Zu einer Zeit, in der der Untergang der Malerei proklamiert wurde, hauchte er dem Medium neues Leben ein, indem er anhand von Motiven, die er in Zeitungen, Büchern, dem Internet und auf Fotos fand, das Potenzial der Malerei aufzeigte, tiefgründige Wahrheiten zu enthüllen.

 

Gerhard Richter, der 1932 in Dresden geboren wurde, zeigte schon früh Talent als Zeichner und verließ die Schule, um eine Ausbildung zum Bühnenmaler an einem Theater zu machen. Er erlangte Anerkennung als Wandmaler im vom damals herrschenden Sowjetregime verordneten sozialistisch-realistischen Stil, fühlte jedoch, dass diese Kunst unfähig war, die turbulente Natur des Lebens selbst einzufangen. 1961, wenige Monate vor der Fertigstellung der Berliner Mauer durch die DDR, floh Richter in den Westen und schrieb sich an der Kunstakademie Düsseldorf ein. Hier widmete er sich intensiv der Beziehung zwischen Malerei und fotografischen Quellen und schuf damit eine Stilrichtung, die nicht nur bestimmend für seine eigene Arbeit, sondern für die gesamte Nachkriegsmalerei werden sollte. Weniger als ein Jahr nachdem er die Akademie verlassen hatte, stellte Richter seine Arbeiten bereits in zwei kommerziellen Galerien aus.

 

Sein unbändiger Drang, neue Ausdrucksweisen der Malerei zu finden, führte Gerhard Richter weg von der figurativen Malerei hin zur Abstraktion. Eine seiner größten Errungenschaften liegt in seiner Erforschung der Frage, wie Bilder, die augenscheinlich die Wahrheit zeigen, eigentlich unzuverlässig und haltlos sind. Er war fasziniert davon, wie politische Ideologien in Terrorismus umschlagen können und wie der Staat und die Medien darüber berichten. So produzierte Richter eine Reihe von Gemälden, die die Verhaftung von RAF-Mitgliedern in den 80er Jahren zeigt. Mit diesem kontroversen Thema traf er einen Nerv bei der deutschen Nachkriegsgeneration, die immer noch mit ihrem Verhältnis zum Nationalsozialismus haderte.

 

Gerhard Richters auf Fotografien beruhenden Gemälde zeigen häufig keine Spur des ursprünglichen Motivs. Auf diese Weise zwingen sie den Betrachter dazu, sich mit der Herstellung und der Komposition des Gemäldes selbst auseinanderzusetzen und vermeiden gleichzeitig jegliche Ablenkung von seinem emotionalen Inhalt. Richter, der immer mit einer Vielzahl von Genres und Themen arbeitet, verlässt sich in seinen vollkommen abstrakten Kompositionen häufig auf den Zufall. 2002 fand eine große Retrospektive seines Werks mit dem Titel Forty Years of Painting im MoMA in New York statt. 2011 gab es anlässlich Richters 80. Geburtstag eine weitere große Retrospektive, die zunächst in der Tate Modern in London und anschließend auch in der Neuen Nationalgalerie in Berlin sowie im Centre Pompidou in Paris zu sehen war. Richter lebt in Köln und obwohl er im Laufe seines Lebens mit einigen bedeutenden künstlerischen Bewegungen geliebäugelt hat, ist er stets resolut unabhängig und skeptisch gegenüber philosophischen und künstlerischen Ideologien geblieben.

Erhältliche Arbeiten: 3

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