Franz West

Franz West Biografie

Der Bildhauer Franz West war unbestritten einer der wegweisenden und einflussreichsten Künstler unserer Zeit. Seine wulstigen Gebilde und verzerrten Formen wirken provokativ und amüsant, enthalten gleichzeitig jedoch immer eine unterschwellige Ernsthaftigkeit und ein unbestimmtes Element der Bedrohung. West benutzte eine Vielzahl von Materialien, mit denen er leuchtend bunte, amorphe Totems schuf, die durch ihre Präsenz ihr unmittelbares Umfeld zu verändern suchten.

 

Insbesondere die Grenzüberschreitungen der Wiener Aktionisten und deren Ziel, die traditionellen Umgangsweisen der Betrachter mit Kunst zu verändern, hatten einen nachhaltigen Effekt auf Franz West. So versuchte er, das Wesen der Kunst neu zu definieren, indem er einen alternativen Dialog zwischen Betrachter und Kunstwerk zu etablieren versuchte. Was Wests Ansatz auszeichnete, war eine Abschwächung der aggressiveren Tendenzen der Aktionisten und sein Fokus auf die interaktive Dimension seines Werks. Das Ergebnis war imposant aber auch heiter: Anstatt sich gegenseitig auszuschließen, harmonierten Form und Funktion des Werks auf eine undurchsichtige Weise. West selbst meinte hierzu "Es kommt nicht darauf an, wie Kunst aussieht, sondern wie sie eingesetzt wird.” 

 

Franz West, der 1947 geboren wurde, beschäftigte sich bis zu seinem 26. Lebensjahr nicht ernsthaft mit Kunst. In den 70ern begann er, kleine Mixed-Media-Skulpturen zu kreieren, die er "Passstücke" nannte und die ihn schließlich berühmt machen sollten. Erst indem sie vom Betrachter gehalten oder getragen wurden, wurden die Objekte zu echten Kunstwerken. Durch ihre Verspieltheit sah die Person, die mit ihnen interagierte, zugleich beschützt und gefangen aus. West selbst beschrieb die Passstücke häufig als "Prothesen"; die häufig abstrakten Objekte schienen den menschlichen Körper anzudeuten, waren gleichzeitig jedoch mehrdeutig genug, um eine Vielzahl von unterschiedlichen gestischen Assoziationen zuzulassen. In den 80ern erweiterte der Künstler sein Tätigkeitsfeld und produzierte Möbel und Installationen, die sein Interesse an der Beziehung zwischen dem Körper des Betrachters und dem Kunstwerk zum Ausdruck brachten.

 

West ist regelmäßig auf der documenta und diversen Biennalen vertreten. 2011 wurde er auf der 54. Biennale von Venedig mit dem prestigereichen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Seine Werke sind in zahlreichen großen Sammlungen weltweit vertreten, unter anderem im Centre Pompidou in Paris, dem MoMA in New York und dem Museum Ludwig in Köln. Die Ausstellung Franz West: Where is My Eight war 2013 im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt und 2014 im Hepworth im englischen Wakefield zu sehen. Seine Ausstellung To Build A House You Start With The Roof: Work 1972-2008 wurde 2008 im Baltimore Museum of Art und 2009 im Los Angeles County Museum of Art gezeigt. Die Poster für seine Ausstellungen entwarf der Künstler fast immer selbst, entweder in Form von Siebdrucken oder seriellen Grafiken. West starb im Jahr 2012.

Erhältliche Arbeiten: 2

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