Eduardo Paolozzi

Eduardo Paolozzi Biografie

Der renommierte Grafiker und Bildhauer Eduardo Paolozzi stammte aus einfachen Verhältnissen und wurde später einer der beliebtesten und einflussreichsten Künstler der Welt. Seine Collagen vereinen eine ausgefeilte Technik mit Charakteristiken des Surrealismus und machten ihn zu einer frühen Schlüsselfigur der Pop-Art-Kunst. Paolozzis Collage I was a Rich Man's Plaything aus dem Jahr 1947 stellte für die Entwicklung der Pop Art einen Meilenstein dar. Es war die erste Arbeit, in der das Wort “Pop” zu sehen war.

 

Eduardo Paolozzi wurde 1924 in Edinburgh als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Während des Zweiten Weltkriegs, als Italien Großbritannien den Krieg erklärte, wurde Paolozzi verhaftet. Sein Vater und Großvater starben bei einem Angriff. Paolozzi war schon als junger Mann von der amerikanischen Kultur fasziniert und sammelte amerikanische Zeitungsausschnitte. Er begann zunächst ein Studium am Edinburgh College of Art mit der Vorstellung, als kommerzieller Maler zu arbeiten. 1944 wechselte er auf die St. Martin’s School of Art und studierte schließlich an der Slade School of Fine Art.

 

Paolozzi spielte in seiner Arbeit häufig mit Kontrasten von hellen und dunklen Elementen. Er war fasziniert von der Frage, wie die Gesellschaft die Menschen beeinflusst sowie von der kaum greifbaren Idee von Fortschritt. Nachdem er sein Studium beendet hatte, zog er nach Paris und tauchte in die französische Kunstszene ein, wobei ihn vor allem Alberto Giacometti und Jean Dubuffet inspirierten. Ab den 60er Jahren begann Eduardo Paolozzi, moderne Maschinen in seine Kunstwerke einzubauen und fing an, brutale und unheimliche abstrakte Skulpturen zu fertigen, in denen der Mensch lediglich als Teil einer großen befremdlichen Maschine präsentiert wurde. Diese biomorphen Figuren repräsentierten eine universelle innere Angst und waren auf eine Art und Weise dekonstruiert, die an den Kubismus erinnerte.

 

In den 60er Jahren riefen Eduardo Paolozzis Siebdrucke Anerkennung hervor, da sich der Künstler in vielen von ihnen mit komplizierten Themen, wie etwa der Arbeit des Philosophen Ludwig Wittgenstein, beschäftigte. Paolozzi wurde zu einem angesehenen Lehrer der Bildhauerei und Keramik und unterrichtete an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, der University of California und dem Royal College of Art in London.

 

Eduardo Paolozzis berühmtes Mosaik in der Tottenham Court Road U-Bahnstation in London wurde vor kurzem teilweise abmontiert und der University of Edinburgh geschenkt. Seine Bronzeskulptur Newton after Blake (1995) steht auf dem Vorplatz der British Library in London. Im Jahr 2013 zeigte die Pallant House Gallery in England die große Retrospektive “Eduardo Paolozzi: Collaging Culture”, die mehr als 100 Werke des Künstlers umfasste, von Skulpturen und Filmen bis hin zu Keramiken und Zeichnungen.

 

Eduardo Paolozzis Arbeiten sind unter anderem in den Sammlungen der Tate, London, der Nationalgalerie in Berlin sowie des MoMA in New York vertreten. Im Jahr 1989 wurde der Künstler zum Ritter geschlagen, nachdem er zuvor bereits als Her Majesty’s Sculptor in Ordinary for Scotland geehrt wurde. Paolozzi war Teilnehmer des Britischen Pavillons der Biennale von Venedig in den Jahren 1952, 1954, 1960, 1964 und 1968. In den  Jahren 1959, 1964, 1968 und 1977 nahm er an der documenta in Kassel teil. Paolozzi starb im Jahr 2005 in London, nachdem er 2001 einen Schlaganfall erlitten hatte. 

Erhältliche Arbeiten: 14