Christian Jankowski

Christian Jankowski Biografie

Christian Jankowskis vielfach ausgezeichnetes Werk ist stets durch die Zusammenarbeit und Interaktion mit Partnern außerhalb der Kunstwelt charakterisiert, unter anderem mit Bankangestellten, Gewichtheber-Champions, Reinigungsfirmen, Pornofilm-Studios oder Horrorfilm-Produzenten. Jankowski, der häufig Zufälle, Missgeschicke und spontane Entscheidungen in seine Arbeiten einfließen lässt und dadurch Aufträge niemals auf die erwartete Weise erfüllt, identifiziert zeitgenössische Phänomene und kehrt ihre Bedeutung auf raffinierte Weise um. Als fest im heutigen Zeitalter verwurzelter Künstler spielt Jankowski häufig mit verschiedenen Formen audiovisueller Kommunikation. In seinen Werken bedient er sich diverser TV-Formate wie Seifenopern, Castingshows, Nachrichtenprogramme oder Werbespots und verwendet auf diese Weise Inhalte der Populärkultur selbst, um sich zur Populärkultur zu äußern.

 

Christian Jankowskis Werk wurde häufig mit dem Wort “Ironie” bezeichnet, ein Begriff, den der Künstler selbst ablehnt, da er nicht beabsichtigt, das System zu verspotten, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit auf seine Existenz zu lenken. Seine Arbeit Casting Jesus (2011) wurde beispielsweise häufig als scharfe Kritik an der katholischen Kirche ausgelegt. Jankowski selbst protestiert jedoch entschieden gegen diese Interpretation und betont, dass seine Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Vatikans von höchstem Respekt geprägt war und das Projekt auf die Erforschung und nicht etwa die Verhöhnung des Christentums abzielte. Die Zweikanal-Videoinstallation wurde in diversen religiösen Einrichtungen gezeigt, unter anderem im Complesso Santo Spirito in Sassia in Rom, der Kapuzinerkirche in Paderborn und der Katholischen Akademie in Schwerte. 

 

Ein großer Teil von Christian Jankowskis Werk trägt jedoch unbestreitbar einen sorg- und ehrfurchtslosen Charakter, wie nicht zuletzt in seinem jüngsten kuratorischen Projekt für die Manifesta 11 im Jahre 2016 zum Ausdruck kommt. In diesem Projekt mit dem humoristischen Titel What people do for money lädt er Künstler dazu ein, in Zusammenarbeit mit örtlichen Vertretern unterschiedlichster Berufsfelder Werke zu schaffen, die die Kulturgeschichte verschiedener Professionen in Zürich erkunden.

 

Christian Jankowski, der 1968 geboren wurde, hat seine Werke in aller Welt ausgestellt, unter anderem im San Francisco Museum of Modern Art, dem Tokyo Metropolitan Museum of Photography und der Pinakothek der Moderne in München. Seine Arbeiten waren Teil der 48. Biennale von Venedig im Jahre 1991 und der 55. Biennale von Venedig im Jahre 2013 und sind auf einigen der renommiertesten Kunstmessen der Welt vertreten, darunter insbesondere auf der Art Basel, der Frieze Art Fair und der Armory Show. 

Erhältliche Arbeiten: 1