Carolee Schneemann

Carolee Schneemann Biografie

Keine andere heute aktive Künstlerin hat soviel für die feministische Kunst getan wie Carolee Schneemann, deren Absicht es war, Künstlerinnen eine neue ästhetische Sprache zu geben, die nicht aus dem damals vorherrschenden, männerdominierten abstrakten Expressionismus hervorging. Schneemanns Körper wurde zu einer Quelle für ihre Kunst, ein in sich selbst provokantes Medium und somit prädestiniert dafür, die individuelle Freiheit zu verteidigen und das unterdrückerische soziale Milieu zu bekämpfen. Sie selbst bezog sich nie auf die weibliche Opferrolle, sondern konzentrierte sich auf die Sexualität und die Befreiung der Frau. Ihre große Errungenschaft bestand darin, aus der Form des weiblichen Körpers etwas anderes als einen Fokus für männliche Begierde zu machen.

 

Carolee Schneemann wurde 1939 den USA geboren. Sie begann ihre künstlerische Karriere als Malerin, fand auf diese Weise jedoch keinen Anklang beim Publikum. Erst ein Wechsel in den Bereich der Performance und des Experimentalfilms bescherte ihr schließlich öffentliche Aufmerksamkeit und das bis heute andauernde Interesse der Kritik. Schneemann ist in der Kunstwelt hoch respektiert. Sie war Teil der Fluxus-Bewegung und der Happenings, die in den Sechzigern in New York stattfanden. Schneemans Vater war Landarzt und vermutlich war es seine tägliche Beschäftigung mit den Mühen des menschlichen Körpers, die der Künstlerin half, einen ungezwungenen Umgang mit ihrer eigenen Körperlichkeit zu entwickeln.  

 

Carolee Schneemanns filmisches und fotografisches Werk sorgte für Empörung, da es weibliche Genitalien und nackte, mit Fleischstücken spielende Jugendliche zeigte, wie beispielsweise in ihrer Arbeit Meat Joy aus dem Jahr 1964. Sie wurde während ihrer langen Karriere vielfach ausgezeichnet und gewann 2011 den Women's Caucus for Art Lifetime Achievement Award, der zuvor an Georgia O'Keeffe verliehen worden war. Schneemann hat ihre Werke bereits in vielen der weltweit größten Institutionen ausgestellt, darunter im MoMA in New York, dem Centre Pompidou in Paris und dem Hamburger Bahnhof in Berlin. Im November 2015 hatte sie eine umfassende Retrospektive im Museum für Moderne Kunst in Salzburg.

Erhältliche Arbeiten: 1

Kunstwerke und Preise

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