Antoni Tàpies

Antoni Tàpies Biografie

Nur wenige Künstler haben zu Lebzeiten so viel Bewunderung erfahren wie der Maler, Philosoph und politische Aktivist Antoni Tàpies, der mit seiner Kunst gegen Spaniens früheren Diktator Franco protestierte. Tàpies' erstaunliche Leistung bestand darin, intuitive und doppeldeutige Bilder zu erschaffen, die sich jeder einfachen Interpretation entziehen, gleichzeitig jedoch die immanente Kraft besitzen, unsere Wahrnehmung der Realität zu verändern. Diese Bewusstseinsveränderung oder -steigerung sollte es den Betrachtern ermöglichen, ihre erlebte Wirklichkeit direkt zu konfrontieren.


Das Werk des führenden spanischen Nachkriegsmalers Antoni Tàpies beschäftigt sich mit dem existentiellen Abgrund sowie der Ahnung, dass es etwas jenseits der materiellen Welt gibt. Immer schwierig zu greifen, aber durchweg humanitär, versucht Tàpies das quälende Unbehagen der menschlichen Existenz zum Ausdruck zu bringen. Der 1923 geborene Künstler wuchs während des Spanischen Bürgerkriegs auf und seine streng religiöse Erziehung hatte einen nachhaltigen Einfluss auf seinen künstlerischen Werdegang. Tàpies war zunächst Surrealist bevor er 1953, vom abstrakten Expressionismus beeinflusst, mit Mixed Media zu experimentieren begann. Seine Kombination von Marmorstaub, Ton, Schnur und Papier war eine gewaltige Neuerung. Seine lebenslange Erkundung von Materialien machte ihn zu einem der gefeiertsten spanischen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Antoni Tàpies war ein entschiedener Gegner sozialer Ungerechtigkeit und verteilte während seiner öffentlichkeitswirksamen Proteste gegen die Todesstrafe in Francos Spanien sogar Lithografien und Siebdrucke. Seine Werke wurden weltweit ausgestellt und er hatte bereits zu Lebzeiten zwei Retrospektiven im Guggenheim Museum in New York (1965 und 1995). 1993 repräsentierte er Spanien bei der Biennale von Venedig und erhielt den Goldenen Löwen. Er ist in zahlreichen bedeutenden Kunstsammlung weltweit vertreten, darunte die Tate Gallery in London. 1984 half er bei der Gründung der Antoni Tàpies Stiftung, einer der größten Sammlungen seines Werks. Tàpies starb 2012 in Barcelona.

Erhältliche Arbeiten: 13