Ai Weiwei

Ai Weiwei Biografie

Das Leben des visionären Kunstpioniers Ai Weiwei war bisher genauso erfolgreich, turbulent und radikal wie seine Arbeit selbst. Dank seiner durchweg innovativen und häufig bissigen politischen Kunst ist er heute zweifellos einer der bekanntesten und renommiertesten lebenden Künstler. Das Magazin ArtReview beispielsweise wählte ihn 2011 zum mächtigsten Mann der Kunstwelt. Weiwei, Sohn des gefeierten Dichters Ai Qing, wurde 1957 in Peking geboren und verbrachte seine frühen Jahre in einem Gefangenenlager, nachdem sein Vater vom Mao-Regime als Verbrecher denunziert worden war. In den 80ern zog Ai Weiwei nach New York, wo er seine Ausbildung in Film, Kunst und Design fortsetzte und sogar als Straßenkünstler tätig war.

 

Chinas geschichtliche Entwicklung und heutigen gesellschaftspolitischen Verhältnisse bilden den Hauptfokus von Weiweis Arbeit; seine kritische Einstellung führte schon häufig zu Konflikten mit den chinesischen Machthabern. 2011 wurde er 81 Tage unter Hausarrest gestellt und "wirtschaftlicher Verbrechen" bezichtigt. Die absurden Anklagepunkte riefen weltweit einen Sturm der  Entrüstung hervor und sowohl die EU als auch die USA verurteilten das Vorgehen der chinesischen Behörden. Während seiner Haft wurde Ai Weiwei wiederholt brutal geschlagen, was zu einer Hirnblutung führte. Auch sein Atelier wurde zerstört, da es angeblich ohne die nötige Genehmigung gebaut worden war.

 

Mutig und voller kompromissloser künstlerischer Integrität hat Ai Weiwei sich nie gescheut, seine Meinung kundzutun und sich für jene einzusetzen, die ohne Stimme sind. Als Reaktion auf die Flüchtlingskrise in Europa arbeitete Ai Weiwei ehrenamtlich in einem Flüchtlingslager auf Lesbos und benutzte sein Instagram-Konto, um auf die Misere der Flüchtlinge und auf die Tausenden, die bereits im Meer umgekommen waren, aufmerksam zu machen. 2010 füllte Ai Weiwei die Turbine Hall der Tate Modern mit Millionen von Sonnenblumenkernen aus Porzellan, die eine endlose Masse bildeten. Arbeiter der chinesischen Stadt Jingdezhen hatten jeden Sonnenblumenkern einzeln hergestellt und aufwendig bemalt. Jingdezhen ist ein Ort, der früher für seine Porzellanarbeiten bekannt war, nun aber um seinen Platz in der modernen Welt kämpft. Das Werk lenkte dadurch die Aufmerksamkeit auf das Siegel "Made in China" und stellte vorherrschende Ideen über wirtschaftlichen Austausch und Massenproduktion in Frage.

 

Anlässlich des zweiten Jahrestages seiner Entlassung aus der Gefangenschaft veröffentlichte Weiwei 2016 das Album The Divine Comedy. Der Künstler ist ein begeisterter Nutzer von Online-Medien und hat, so wird behauptet, in weniger als zwei Jahren mehr als 60.000 Tweets gepostet. 2015 nahm sein Sohn Ai Lao anstelle des inhaftierten Vater den Preis "Botschafter des Gewissens" von Amnesty International entgegen. Der Preis wurde von Chris Dercon verliehen, dem ehemaligen Leiter der Tate Modern. Weiwei hatte bereits Retrospektiven im Hirschorn Museum und im Sculpture Garden in Washington DC im Jahr 2009 sowie im Mori-Kunstmuseum in Tokio. 2014 zogen Ai Weiweis Assistenten sein Werk aus der Retrospektive für den Kuratoren Hans van Dijk im Ullens Center for Contemporary Art zurück, als sie herausfanden, dass Ai Weiweis Name auf der englischen und der chinesischen Pressemitteilung weglassen worden war. Unermüdlich und stets produktiv, beschäftigt Ai Weiwei mehr als 40 Vollzeitangestellte in seinem Hauptquartier in Berlin und ist nach wie vor "derjenige, der alle Entscheidungen trifft".

Erhältliche Arbeiten: 1

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